Kinderaugen sehen

Sehen will gelernt sein

Hell und dunkel, die Umrisse des Gesichts der Eltern. Das kann ein Baby schon ab dem ersten Monat erkennen. Blau, gelb, rot, grün. Farbensehen und das räumliche Sehen kommen später hinzu.

Die Sehschärfe entwickelt sich erst allmählich: Etwa ab dem zweiten bis vierten Monat kann das Baby schon grobe Strukturen wie den Mund und die Augen der Eltern erkennen und lächelt die Eltern an. Dann haben sich die Lider und die Muskeln im Auge soweit stabilisiert, dass sich das Auge scharf stellen kann.

Aber nur weil das Auge funktional in der Lage ist, alle für scharfe Seheindrücke erforderlichen Bewegungen auszuführen, bedeutet das noch nicht, dass es auch tatsächlich funktioniert. Viele Babys und Kinder sehen unscharf. Das Tückische: Diese Kinder beschweren sich nicht bei ihren Eltern, denn sie wissen nicht, dass sie schlecht sehen. Woher auch?

Die gute Nachricht: Die Anlage zum Sehen ist in jedem Menschen angelegt, ebenso wie die Anlagen zum Laufen. Und ebenso wie die das Laufen gelernt werden muss, muss das Sehen trainiert werden. Die Sehschärfe ist unmittelbar nach der Geburt noch sehr schlecht. Sie steigt durch die Seheindrücke, die das Baby im ersten Lebensjahr aufnimmt, aber rasch an. Mit fünf Jahren hat das Kind die Sehschärfe eines Erwachsenen schon fast erreicht.

Wirklich wichtig

Der Sehsinn des Kindes verfeinert sich allmählich. Aber: Optimal klappt diese Entwicklung nur, wenn das Auge des Kindes möglichst scharf sieht. Dafür brauchen viele Babys eine Brille!

Es gilt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.