Typische Sehfehler und Augenkrankheiten

Schielen (Strabismus)

Schielen ist kein bloßer Schönheitsfehler, sondern ein Augenstellungsfehler mit erheblichen Folgen für das Sehvermögen. Beim Schielen arbeiten beide Augen nicht optimal zusammen, die räumliche Wahrnehmung ist schlechter. Oft kommt das Schielen daher, dass ein Auge eine stärkere Fehlsichtigkeit hat als das andere. Schielen zeigt sich meist in den ersten Lebensjahren, in der Hälfte aller Fälle schon in den ersten zwölf Lebensmonaten.

Schielen lässt sich behandeln: Durch das Abwechselnde Abkleben eines Auges und das Tragen der passenden Brille. Eine Operation, bei der die Augenstellung ausgerichtet wird, ist dagegen in den meisten Fällen nicht nötig. Diese wird hauptsächlich aus kosmetischen Gründen durchgeführt.

Weitsichtigkeit (Hyperopie, Übersichtigkeit)

Kleine Kinder sind in der Regel weitsichtig. Das ist ganz normal – und unproblematisch, denn die Linsen von Kinderaugen sind sehr elastisch. Das Kinderauge kann daher die Weitsichtigkeit ausgleichen. In der Regel verschwindet diese Weitsichtigkeit durch das Wachstum des Auges von ganz allein. Bei einer stärkeren Weitsichtigkeit oder bei einer unterschiedlich starken Weitsichtigkeit auf beiden Augen aber müssen diese Sehfehler durch eine Brille ausgeglichen werden.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Rund fünf Prozent der Kleinkinder sind in den ersten Lebensjahren kurzsichtig. Die Quote steigt, sobald die Kinder in die Schule kommen. Diese Kinder sehen in der Ferne ohne Brille sehr schlecht und können nur mit Brille ihre volle Sehschärfe erreichen.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus, Stabsichtigkeit)

Ein Auge mit einer Hornhautverkrümmung sieht einen kreisrunden Punkt nicht als solchen, sondern leicht verschoben als Ellipse oder Stab. Dadurch verschlechtert sich die Sehschärfe.

Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung bei Kindern sollten unbedingt mit einer Brille korrigiert werden. Geschieht das nicht, kann sich eine lebenslange Schwachsichtigkeit (Amblyopie) ausbilden, weil die Kinderaugen nie richtiges, scharfes Sehen erlernen konnten. Diese Gefahr besteht besonders dann, wenn nur ein Auge fehlsichtig ist. Je älter das Kind ist, desto schwieriger ist es für das Auge, das vorher nicht Gelernte nachzuholen. lm Schulalter ist die Lernfähigkeit des Sehsystems nur noch sehr gering.

Achtung!

Bei leicht kurzsichtigen Kindern ist die Gefahr der Entwicklung einer Schwachsichtigkeit zum Glück viel geringer, da sie in der Nähe auch ohne Brille scharf sehen. Aber auch kurzsichtige Kinder sollten Brille tragen: Andernfalls gefährden sich die Kinder im Straßenverkehr und beim Spielen und sie sind im Schulunterricht stark benachteiligt.